Wer näht eigentlich meine Kleidung?

Who made my clothes_TitelWir wissen genau, in welchem Laden oder in welchem Online-Shop wir unsere Kleidung gekauft haben und kennen die Marke unserer Pullover, Hosen und Shirts. Doch wer hat diese eigentlich genäht? Ein Blick auf das Etikett verrät uns das Herstellungsland, aber wir kennen nie die Menschen, die unsere T-Shirts oder Schuhe gefärbt, zugeschnitten und zusammengenäht haben.

Wie viele Stunden arbeitet ein*e Näher*in pro Tag, wie lang ist ihre/seine Pause, wie sieht ihr/sein Arbeitsplatz aus, wie steht es um ihre/seine Feierabende, Wochenenden und Urlaube, was passiert, wenn sie oder er mal krank ist oder einen Arbeitsunfall erleidet? Und was ist überhaupt mit den Menschen, die die Rohstoffe (beispielsweise die Baumwolle) zur Herstellung meiner Kleidung anbauen? Eigentlich kann uns all das egal sein. Wir bezahlen unsere Kleidungsstücke und verlassen uns darauf, dass alle Menschen entlang der Wertschöpfungskette geregelte Arbeitszeiten sowie einen sicheren Arbeitsplatz haben und von ihrem Lohn leben können.

All diese Aspekte sollten für uns Konsument*innen irrelevant sein, denn dies sicherzustellen, ist Aufgabe der Textilindustrie. In einer idealen Welt wäre es so, doch die Realität sieht anders aus. Ein Großteil der Bekleidungsfirmen missachtet faire Arbeitsbedingungen, existenzsichernde Löhne, umweltfreundliche Produktionswege und sichere Arbeitsplätze. Dies zeigte sich auf dramatische Weise am 24. April 2013, als die Rana Plaza Textilfabrik in Bangladesch zusammenstürzte und 1.138 Näher*innen in den Tod riss.

Mit einem Mal konnte keiner mehr behaupten, nicht zu wissen, wie die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie aussehen. Nachrichten, Zeitschriften und Fernsehsendungen berichteten über den Vorfall und beleuchteten auch die Arbeitssituation innerhalb der Textilindustrie. Alle waren sich einig, es muss sich etwas ändern. Modemarken aktualisierten ihre Webseiten und versicherten darauf, ihre Kleidung fair und verantwortungsbewusst produzieren zu lassen. Und ein Bündnis für nachhaltige Textilien wurde gegründet, in dem sich unterschiedliche Modefirmen, NGOs und Bundesministerien zusammengeschlossen haben.

Who mademy clothes_Esprit 1000Wir können der Wandel sein!

Statt zu warten, bis sich die Textilindustrie bewegt, können wir etwas bewegen. Unser Konsumverhalten und unsere Anforderungen an Kleidung sind richtungweisend für Modekonzerne. Lasst uns gemeinsam fragen: „Who made my clothes?“ Je mehr Menschen diese Frage an ihre Lieblingsmodefirmen richten, umso größer wird der Druck für diese, eine Antwort auf die Frage zu finden und sich mit den Näher*innen auseinander zu setzen.

Werde Teil der Fashion Revolution: Mache ein Foto mit deinem Lieblingskleidungsstück und poste es während der Fashion Revolution Week, vom 24.-30. April 2017, bei Instagram oder Twitter. Achte darauf, dass das Etikett zu sehen ist und frage den Hersteller #whomademyclothes.
Hier findest du alle Infos und noch andere tolle Ideen, wie du aktiv werden kannst: http://fashionrevolution.org/get-involved

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