Talking about a (Fashion) Revolution

Fashin Revolution-naketano2Frühling, Sommer, Herbst und Winter – vier Mal jährlich werben Modefirmen und Geschäfte mit ihren neuesten Kollektionen und Trends. Neue Schnitte, andere Farben und immer wieder andere Materialien kommen auf den Markt und prägen den allgemeinen Modestil. Auch meinen.

Ich bin kein großes Modepüppchen und leider fehlt mir oftmals der Blick, wie ich moderne Kleidungsstücke mit dem Inhalt meines Kleiderschrankes kombinieren kann. Nichtsdestotrotz will ich modern gekleidet sein, kaufe mir gerne neue Kleidungsstücke und versuche, mir bei gut gestylten Menschen Ideen abzuschauen.

Eigentlich ist es auch kein großes Kunststück, sich schick und modebewusst zu kleiden. Die Innenstädte und Einkaufszentren sind voll von schöner und günstiger – viel zu günstiger – Mode. T-Shirts ab 4 Euro (oder sogar weniger?), Jeans ab 20 Euro und Jacken ab 25 Euro. Und das Schlimmste ist, diese mehr als erschwinglichen Kleidungsstücke sehen auch noch toll aus.

Wer will schon in Billigmode herumlaufen? Gegenfrage: Wer nicht, wenn man es dem Outfit am Ende nicht ansieht? Wenn ich meinen Kopf ausschalten würde, könnte ich direkt zu einer ausgiebigen Shoppingtour aufbrechen und mich mit tollen Teilen ausstatten. Ich möchte meinen Kopf aber nicht ausschalten.

(Billig-)Mode hat ihren Preis
Um genau zu sein, hat nicht nur die Mode in den günstigen Modehausketten ihren Preis, sondern auch die der großen Modemarken. Der Preis ist am Ende kein aussagekräftiger Faktor, aber: Je günstiger Textilien sind, umso deutlicher wird, dass diese nicht zu fairen Bedingungen und Löhnen produziert worden sein können.

Der Kauf preiswerter Mode ist so verlockend und einfach, weil wir nicht sehen, wer unsere Kleidung unter welchen Bedingungen hergestellt hat. Wir sehen die schönen Shirts, Hosen und Pullover in den Geschäften hängen, aber der “Dreck”, der ihnen anhaftet, den sehen wir nicht. Und um ehrlich zu sein, wir wollen ihn auch nicht sehen.

Regelmäßig muss ich mir die schlechten Bedingungen in der Textilindustrie vor Augen führen, um meinen Kleiderschrank nicht munter mit Kleidungsstücken schwedischer Modehäuser vollzuhängen. Stattdessen verzichte auf den Kauf der immer neuesten Trendteile und kaufe stattdessen Kleidung, die zwar teurer ist, dafür aber zu fairen Bedingungen hergestellt wurde.

Fashion Revolution-armedangelsArmedangels, greenality, hessnatur, manomana usw.  die Liste fair produzierender und verantwortungsbewusster Unternehmen ist inzwischen lang und die Auswahl an fairer, modischer Kleidung groß. Man muss bloß die richtigen Geschäfte und Online-Shops kennen. In den Innenstädten und Kaufhäusern fordert uns der Einkaufsbummel noch viel Vernunft ab, oder wir beenden ihn mit einem schlechten Gewissen. Es wird Zeit, dass die Nachfrage nach Mode mit gutem Gewissen steigt!

Solange wir Konsumenten eher auf den Preis als auf die Herkunft unserer Kleidung schauen, werden große Modefirmen ihre preiswerte Massenware anbieten. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, den Druck auf die großen Modefirmen zu erhöhen, indem wir weniger Wegwerf-Mode kaufen und einfach mal nachhaken #whomademyclothes?

Ich habe diesen Post im Rahmen der weltweiten Fashion Revolution Week verfasst, die vom 18.-24. April stattfindet. Am 24. April 2013 stürzte in Bangladesch die Rana Plaza Fabrik ein, wobei 1.134 Menschen starben. Dieses, das größte Unglück in der Textilindustrie in Bangladesch, war für viele ein Weckruf. Endlich wurde öffentlich über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Textilbranche berichtet. Geringe Löhne, unbezahlte Überstunden, Ausbeutung und sogar Kinderarbeit, all dies ist in Fabriken der Bekleidungsindustrie an der Tagesordnung und endlich wurde es weltweit wahrgenommen. Doch verändert hat sich in den letzten drei Jahren trotzdem kaum etwas. Stolz tragen Kunden ihre Schnäppchen in braunen Papiertüten, die dem Gewicht der enthaltenen Kleiderberge kaum standhalten können, aus den Geschäften heraus. Schluss damit! Es wird Zeit für eine #FashionRevolution!

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