Reisen – mal ganz nah und mal ganz fern

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Was würdet ihr mit eurer Zeit anfangen, wenn ihr keine Verpflichtungen hättet und keinen durchgetakteten Alltag? Beim mir ist es ganz klar: ich würde viel mehr reisen – in die Nähe und in die Ferne. Für mich gibt es kaum etwas Schöneres, als andere Länder kennenzulernen und zu sehen, wie Menschen in anderen Kulturen leben, was sie essen und zu erfahren, was für eine Mentalität sie haben.

Raus aus dem Alltag, dem bekannten Umfeld und hinaus in die weite Welt – in den warmen Süden, in den regnerischen Norden, in neue ferne Ziele auf dem Erdball oder in die schon unzählige Male bereisten und von mir so geliebten Niederlande. Die Auswahl an Reisezielen ist unbegrenzt und immer wieder stößt man auf neue spannende Orte in der Welt.

Die Freude daran, die Welt zu erkunden hat bloß einen großen Nachteil: In die Ferne zu reisen, bedeutet um die Welt zu fliegen und somit der Umwelt zu schaden. So sehr ich es liebe, wenn das Flugzeug über die Startbahn rollt, in den Himmel aufsteigt und schließlich die Wolkendecke durchdringt, kann ich nicht die Augen davor verschließen, dass Flugzeuge die umweltschädlichsten Verkehrsmittel sind.

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Diesen Sommer habe ich auf eine ferne Urlaubsreise verzichtet – zu viele andere Ereignisse standen bevor. Eine kleine Abwechslung vom Alltag musste dennoch sein, wenigstens ein paar Tage am Meer. Und so ging die Reise schließlich drei Tage an die Ostsee, an den Timmendorfer Strand.

Voller Vorfreude blickte ich den drei Tage am Meer entgegen, allerdings mit der Überzeugung, dass es sicher “nett”, ganz bestimmt aber nicht unvergesslich werden würde. Unzählige Rentner, gähnende Leere und Souvenirshops mit Fremdschämpotential prägten mein Bild von der Ostsee. Doch ich hatte mich getäuscht. An den wohl drei schönsten Sommertagen des Jahres erlebte ich mein blaues Wunder.

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Hätte ich meinen Kurztrip nicht selbst gebucht, hätte ich ganz sicher nicht erraten können, an welchem Strand ich mich befinde, hätte mich jemand danach gefragt. Spanien, Frankreich, Italien…ich hätte garantiert daneben getippt. Ich war absolut überrascht, wie schön es im Hochsommer auch in Deutschland ist. Bloß die unzähligen Verbotsschilder waren ein eindeutiges Indiz, dass es sich um einen deutschen Urlaubsort handeln musste.

Langgezogene Strände, junge Paare und Familien, tolle Cafés und schöne kleine Läden… Deutschland kann was als Urlaubsort, wenn das Wetter stimmt. Und das ist sicher nicht bloß an der Ostsee der Fall. Glaube ich den Reiseplänen meiner Freunde, sind auch das Sauerland, die Eifel oder der Bodensee längst keine Orte mehr, die man frühestens aufsuchen kann, wenn die eigenen Haare ergraut sind. (Dank des Granny-Looks wäre das ja ohnehin kein Kriterium mehr.)

Ein Urlaub innerhalb Deutschlands hat vor allem einen tollen Vorteil: die kurze Anreise. Ob mit Fahrrad, Bus, Bahn oder auch mit dem Auto, der Urlaub kann sofort beginnen und für die eigene Reise wird die Umwelt deutlich weniger belastet. Die nächste Reise wird zwar wieder mit einem Flugticket in der Hand beginnen, aber zumindest jeden zweiten Urlaub bleibe ich gerne in der Nähe.

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