Minimalismus – weniger ist (noch immer) glücklich

wohnzimmerflohmarkt1Eine der schönsten Samstagsunternehmungen ist ein Bummel über einen Flohmarkt. Ob Second-Hand-Kleidung, feine Schmuckstücke, antike Möbel oder die besten Hörspielkassetten aus der Kindheit – Flohmärkte sind eine wahre Fundgrube für Schnäppchensammler oder auch die ideale Lösung, um den eigenen Besitz zu minimieren.

Neben den traditionellen Trödelmärkten gibt es längst eine Vielzahl neuer, hipper Flohmärkte: „Nachtflohmarkt“, „Weiberkram“ und „Mädchenklamotte“ locken mit stylischer Mode aus zweiter Hand, einzigartigen Vintage-Möbeln oder DIY-Accessoires. Dazu gibt es Food-Trucks mit leckeren (Bio-)Snacks und einen DJ, der für die richtige Stimmung sorgt. Fertig ist das perfekte und gar nicht mehr eingestaubte Flohmarkt-Event.

Ein ebenso feines, aber kleines Event hat dieses Wochenende eine Freundin von mir veranstaltet. Sie hat Familie, Freunde und Kollegen zu einem Wohnzimmerflohmarkt eingeladen, bei dem sie ausrangierte Deko, Kisten, Schränkchen, Notizblöcke, Kleberollen oder auch nicht mehr getragene Kleidung, Taschen, Schuhe und Schmuckstücke angeboten hat.

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Es war verblüffend, wie schnell sich das Wohnzimmer meiner Freundin leerte. Klebebänder, Küchenregale, Loop-Schals, Kerzenständer und viele andere Wohnzimmer-Schnäppchen wechselten in kürzester Zeit die Besitzerin. Für die eine unnötiger Ballast, für die andere eine neue schöne Errungenschaft. Völlig unkompliziert konnte meine Freundin ihre Wohnung auf diese Weise entrümpeln, ohne die vielen kleinen Sachen im Zweifel im Müll zu entsorgen.

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Ich war direkt begeistert von dieser Idee und habe bei diesem Minimierungs-Vorhaben nur zu gerne mitgeholfen und meinen eigenen Besitz um einige kleine Schätze erweitert. Ob ich alles, was ich nun ergattern habe, wirklich brauche? Um ehrlich zu sein, wahrscheinlich nicht, aber ein Wohnzimmerflohmarkt unter Freundinnen ist einfach zu unterstützenswert, um nicht mit zu shoppen.

„Am liebsten möchte ich alles weg haben.“, sagte meine Freundin. So schön es ist, sich neue Kleidung oder moderne Deko-Accessoires zu kaufen, genauso viel Spaß macht es auch, sich von ausgedienten Besitztümern zu trennen, ausrangierte Taschen oder Teelichter zu verkaufen und sich von zu viel „Krimskrams“ zu befreien.

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Wir alle haben viel mehr als wir brauchen und kaufen viel mehr als nötig. Kaufen macht einfach Spaß und sagen zu können „meins“ fühlt sich super an – aber nur kurzfristig. Langfristig merken wir, dass so mancher (Fehl-)Kauf völlig unnötig war. Das Schöne ist jedoch, dass manchmal bereits die einfache Frage „Was brauche ich eigentlich wirklich?“ ausreicht, um das eigene Konsumverhalten zu verändern. Wer sich einmal mit dieser Frage auseinandergesetzt hat, wird sich diese vor fast jedem Kauf stellen und so manchem Kaufimpuls problemlos widerstehen.

Minimalismus gilt aktuell als Trend, denn immer mehr Menschen möchten sich verkleinern und weniger konsumieren. Ob dies bloß ein kurzer Hype oder eine doch eine neue Lebenseinstellung ist, wird sich zeigen. Fest steht jedoch, dass Minimalismus eine wunderbare Entwicklung ist, wenn er dazu führt, dass wir nicht bloß hinterfragen wie viel wir kaufen, sondern auch was und wo und wenn wir uns überlegen, wie wir unser zu viel an Kleidung, Deko und Accessoires sinnvoll loswerden können. Flohmärkte sind hierfür eine tolle Lösung und ein schönes Event noch dazu.

 

Schau dir zu diesem Thema doch auch meinen Artikel Weniger ist glücklich vom 20. März 2016.

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