In was für einer Welt willst du leben?

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„It’s on us to make it better“
(Armedangels)

 

Das Team von Armedangels hat Ende 2017 zwei Fragen beantwortet – jede*r Mitarbeiter*in für sich: In was für einer Welt willst du leben? Und wie trägst du dazu bei, dass diese Welt Wirklichkeit wird? Welche Antworten bei Armedangels herausgekommen sind, ist noch geheim, aber diese beiden Fragen sollte sich doch jede*r von uns einmal stellen. Nach welchem großen Ganzen streben wir eigentlich mit unserem alltäglichen Handeln und tragen wir mit unserer Art zu leben dazu bei, die Welt zu erschaffen, die wir uns wünschen?

In was für einer Welt möchtest du Leben?

In meiner persönlichen Idealwelt gibt es keine gravierende Ungleichheit. Die Menschen, die mehr Geld und Einfluss haben, leben nicht auf Kosten derer, die nichts von beidem haben. Jede*r trägt dazu bei, dass es allen Menschen und Tieren auf der Welt gut geht und nicht bloß sich selbst und ihren/seinen Lieben. In dieser Welt achten Menschen aufeinander und auf ihre Umwelt. Toleranz, Empathie, Verantwortungsbewusstsein, Aufmerksamkeit und auch Verzicht sind für alle Menschen in dieser Welt selbstverständlich.

Wie trägst du dazu bei, dass diese Welt Wirklichkeit wird?

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“, sagte Ghandi. Ich selbst möchte ein toleranter, verantwortungsbewusster und umweltbewusster Mensch sein und versuche mich genau so zu verhalten. Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Lebensweisen und Kulturen gehört für mich dazu. Empathie für Tiere ebenso. Darum kreisen Themen wie Leder tragen, Fleisch essen und Tierhaltung regelmäßig durch meinen Kopf. Ich fahre in meinem Alltag vor allem mit Bus, Bahn und Fahrrad, statt mit dem Auto. Ich trage am liebsten Kleidung von fairen Modelabels und achte darauf Naturkosmetik sowie umweltschonende Reinigungsmittel zu verwenden. Ich bemühe mich weniger Abfall zu produzieren und nachhaltig zu reisen. In all dem bin ich nicht hundertprozentig konsequent, doch es gelingt mir stets, ein wenig beharrlicher und konsequenter zu werden.

fair-fashionZeitungen, Magazine und Blogs geben in ihren Artikeln unzählige hilfreiche Tipps, wie wir nachhaltiger und umweltbewusster handeln und uns toleranter verhalten können. Beim Lesen dieser Texte kann man schnell den Eindruck gewinnen, dass man noch längst nicht konsequent und verantwortungsbewusst genug ist. Das Sofa ist von dem beliebten schwedischen Möbelhaus, die Schuhe sind aus Leder, die Gurke in Plastik verpackt und der letzte unbedachte Ausspruch war alles andere als politisch korrekt. Unglaublich, dass es Menschen gibt, die tatsächlich „Zero Waste“ leben, die ausschließlich Bio-Produkte kaufen oder hundertprozentig vegan sind. Doch daneben gibt es viel mehr Menschen, die all dies überhaupt nicht interessiert.

DK_Müll_1000Fleisch essen, Auto fahren, Müll auf die Straße werfen, Fast Fashion zelebrieren – total egal. Auch diese Lebenseinstellung zu akzeptieren, erfordert Toleranz. Wie andere Menschen leben und wie sie sich im Alltag gegenüber anderen Menschen, Tieren und der Umwelt verhalten, geht uns nicht immer etwas an. Doch ist (m)eine ideale Welt realisierbar, wenn nur einige Engagierte sich dementsprechend verhalten oder braucht es nicht den Einsatz aller? Reicht es alles zu geben, um die Welt grüner, fairer und toleranter zu machen und so Teil einer langsam größer werdenden Bewegung zu sein oder sind Wirtschaft und Politik gefragt, hierzu beizutragen?

Muss die Politik erst die Ehe für alle beschließen, bis jede*r kapiert, dass Homosexualität völlig normal ist? Muss der Handel erst entscheiden, Plastiktüten abzuschaffen, damit Kund*innen feststellen, dass es praktische Alternativen gibt? Brauchen wir eine höhere Instanz, die uns auf die Finger klopft, damit wir bewusster konsumieren und verantwortungsvoller leben oder müssen nicht vielmehr wir diejenigen sein, die diese Entwicklung vorantreiben und so immer mehr Menschen überzeugen mitzumachen? Ich habe mich entschieden, in meinem Alltag möglichst verantwortungsbewusst und tolerant zu leben, damit die Welt in der ich gerne Leben möchte, Stück für Stück Realität werden kann – ohne zu missionieren…aber man wird ja noch diskutieren dürfen.

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