Ist das nur Greenwashing oder ein nachhaltiger Wandel?

Fairtrade_BioNachhaltigkeit ist en vogue. Inzwischen kommt kein Unternehmen mehr ohne ein Statement zur eigenen Verantwortung aus. Doch was, wenn der eigene Betrieb so ganz und gar nicht verantwortungsvoll, sondern voll und ganz auf wirtschaftlichen Erfolg ausgelegt ist? Dann lautet das Zauberwort oftmals „Greenwashing“. Doch wo hört Greenwashing auf und wo fängt ein nachhaltiger Wandel an?

Konventionelle Unternehmen richten ihre Aktivitäten danach aus, was wirtschaftlich rentabel und somit gewinnbringend ist. Das ist zunächst einmal nachvollziehbar und legitim. Doch neben den Kund*innen, die bewusst auf ökologischen und fairen Konsum setzen, gibt es immer mehr Menschen, die zumindest Firmen meiden, die verantwortungslos handeln und beispielsweise Tierversuche oder ausbeuterische Arbeitsbedingungen zu ihren Zwecken in Kauf nehmen.

Modefirmen lassen ihre Kleidung unter prekären Arbeitsbedingungen produzieren, Kosmetikhersteller testen ihre Produkte an Tieren und Lebensmittelkonzerne beziehen ihre Rohstoffe von Bäuerinnen und Bauern weltweit, um sich stets die niedrigsten Preise zu sichern. Viele NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) haben einen kritischen Blick auf eben solche Unternehmen und decken immer wieder deren verantwortungsloses Handeln auf. Um sich vor der Kritik der Öffentlichkeit zu schützen, stellen Firmen gern ihr positives Handeln in den Fokus.

Fairtrade und GOTSEin Blick auf die „Verantwortung“-Webseiten von Firmen verrät dann, dass es wichtig sei, dass Lieferanten ihren Mitarbeitern faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen böten, dass mögliche ökologische Auswirkungen nach Möglichkeit weitestgehend reduziert würden oder dass die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette reduziert werden sollen. Jeder Mensch wird diese verantwortungsbewussten Aussagen befürworten, aber was, wenn diesen Vorsätzen keine Taten folgen?

Große Marken und Konzerne haben erkannt, dass von ihnen ein umweltbewusstes und sozial-verantwortliches Handeln erwartet wird. Dieser Erwartung kommen sie zumindest in ihrer Kommunikation nach – alleine schon, um Kritik zu vermeiden und das eigene Image zu stärken. Viele Versprechen und Grundsätze scheinen aber nicht konsequent umgesetzt zu werden, sondern eher als Greenwashing genutzt zu werden.

Greenwashing zeigt aber auch, dass Unternehmen die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und verantwortungsvoll handelnden Firmen spüren und zumindest einen ersten kleinen Schritt zu mehr unternehmerischer Verantwortung gehen. Doch nur wenn Konsument*innen diese Nachfrage steigern und gemeinsam mit Organisationen wie Greenpeace, PETA u.a. die Verantwortungs-Versprechen immer wieder hinterfragen, wird aus diesen kleinen Ansätzen ein nachhaltiger Wandel.

Bio_RecyclingWas kann jede*r von uns tun?

1. An erster Stelle steht natürlich unser Konsum. Unsere Nachfrage bestimmt, was für Unternehmen gewinnbringend ist. Je mehr biologische und/oder faire Produkte gekauft werden, umso breiter wird auch das Angebot. Siegel geben einen guten Überblick, welches Produkt bestimmte Standards erfüllt. Hier erhältst du einen super Überblick über die diversen Siegel.

2. Unterstütze Organisationen, die sich für faire Löhne, gerechte Arbeitsbedingungen und den Schutz der Umwelt oder den Schutz von Tieren einsetzen und konkrete Forderungen an Unternehmen stellen. Du kannst dich beispielsweise an Petitionen oder Aktionen beteiligen und so ganz einfach einen Beitrag leisten. Hier sind einige Beispiele:
Faire Mode: Kampagne für saubere Kleidung oder FEMNET
Umweltschutz: Greenpeace oder Robin Wood
Tierschutz: PETA oder Deutscher Tierschutzbund

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