Who made my clothes? – Fashion Revolution Week 2018

Who made my clothesHeute startet die Fashion Revolution Week. Eine Woche, in der es um nicht weniger geht, als um die Revolution der Modewelt. Slow Fashion statt fast Fashion, menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Textilarbeiter*innen weltweit und vor allem geht es darum, ein Bewusstsein für den wahren Wert von Mode schaffen.

Die Fashion Revolution Week wurde ins Leben gerufen, nachdem vor 5 Jahren in Bangladesch die Textilfabrik „Rana Plaza“ in sich zusammenfiel. Mehr als 1.100 Menschen starben bei diesem tragischen Unglück und über 2.000 Arbeiter*innen wurden teils schwer verletzt.

Eins steht wohl für alle Menschen fest: Ein Ereignis wie in Bangladesch darf sich nicht wiederholen. Doch was bedeutet das genau? Muss erst ein Fabrikgebäude einstürzen und tausende unschuldige Menschen unter sich begraben, bis die Welt bestürzt auf die Produktionsbedingungen unserer Kleidung blickt? Müssen erst Menschen unter dramatischen Bedingungen sterben, bis wir uns darüber bewusst werden, dass etwas gravierend schief läuft?

socialmedia_quotes_LucySiegleOder reicht etwa noch nicht einmal ein so tragisches Ereignis, um eine Wende der Modebranche zu erzielen? Erschreckenderweise war das Jahr nach dem Zusammensturz von Rana Plaza das erfolgreichste Jahr der Textilindustrie und noch immer werben Modefirmen mit Kleidung zu unfassbar günstigen Preisen. Doch billige Mode und auch Markenmode, die nicht zu fairen Bedingungen hergestellt wurde, haben einen hohen Preis und den zahlen die vielen Arbeiter*innen in den Produktionsländern.

Wird ein Marken-T-Shirt für 29 Euro angeboten, könnte die/der Kunde/Kundin davon ausgehen, dass bei diesem Preis auch ein gerechter Lohn bei den Menschen ankommt, die dieses Oberteil handgefertigt haben. Tatsächlich jedoch kommen bloß 0,6 Prozent des Preises als Lohn bei dem/der Näher*in an, also gerade einmal 18 Cent. 71 Prozent des Endpreises hingegen landen bei der Bekleidungsmarke und dem Einzelhandel. Eine faire Preiskalkulation sieht anders aus.

Es geht nicht bloß darum, Kleidung billig konsumieren zu wollen,
sondern auch darum, das Leben anderen zu missachten.
(The True Cost)

Wir haben die Chance, Näher*innen bei ihrem Kampf um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und gerechte, existenzsichernde Löhne zu unterstützen. Denn sie haben oftmals keine Möglichkeiten, an ihrer Situation etwas zu ändern. Gewerkschaften werden zerschlagen, Aktivist*innen massiv bedroht und durch Gewalt eingeschüchtert.

Jede*r kann am Fashion Revolution Day, der jährlich am 24. April, dem Jahrestag des Zusammensturzes von Rana Plaza stattfindet, ein Zeichen setzen und Modemarken dazu auffordern, transparenter mit ihren Produktionsbedingungen umzugehen, denn Marken, die auf gerechte Herstellungsbedingungen achten, haben nichts zu verschweigen.

EspritSo geht’s: Einfach ein Kleidungsstück auf links tragen, sodass das Etikett zu sehen ist, ein Foto machen und dieses mit dem Hashtag #Whomademyclothes am 24. April bei Instagram posten.

Stellt diese Frage den unterschiedlichsten Unternehmen, denn sie muss vor allem an die Marken gerichtet werden, die nicht sowieso schon fair und transparent produzieren, sondern vor allem an die, die es eben noch nicht tun. So einfach machst du einen Unterschied und wirst ein Teil der Fashion Revolution!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.