Von der Unmöglichkeit eines konsequent nachhaltigen Lebensstils

FahrradNachhaltigkeit ist seit Jahren kein Randthema mehr, sondern eines mit dem sich zunehmend mehr Menschen und auch Unternehmen befassen. Ein „Öko“ zu sein ist keine Beleidigung mehr, sondern einfach eine Lebenseinstellung, die inzwischen viele engagierte Personen teilen – jede und jeder auf eine individuelle Weise.

Die einen fahren wenig Auto und steigen stattdessen lieber aufs Rad, die anderen versuchen Müll konsequent zu vermeiden, wieder andere kaufen ihre Lebensmittel ausschließlich in Biomärkten und nochmal andere sind bemüht ihren Konsum auf ein Minimum zu reduzieren und dafür lieber „gute“ Produkte zu kaufen. All diese Ansätze tragen zu einem nachhaltigeren Leben und zu einer verantwortungsbewussteren Gesellschaft bei.

Je mehr man sich einzelne Menschen ansieht, die diese Entwicklung vorantreiben, stellt man fest, wie intensiv sie daran arbeiten, ihren Lebensstil fortwährend zu optimieren. Schritt für Schritt werden gewohnte Routinen hinterfragt, alltägliche Verschwendungen vermieden und bewusster und fairer konsumiert. Ein Gutmensch zu sein, der sich bemüht durch seinen eigenen Lebensstil keinen Schaden für die Umwelt oder für andere Menschen anzurichten, kostet Mühe und Geld und ist mit mehr Aufwand verbunden.

Konsum - Schau genau hinNachhaltig Leben zu wollen bedeutet, Verzicht zu üben, gute Alternativen zu schlechten Produkten zu suchen und sein eigenes Handeln stetig zu hinterfragen. All das macht aber auch Spaß. Es ist spannend immer wieder neue Produkte und Marken kennenzulernen, die das gleiche Ziel verfolgen, wie man selbst und immer wieder auf neue Aspekte zu stoßen, wie man seinen eigenen Alltag, seinen eigenen Konsum noch ökologischer und gerechter gestalten kann.

Doch je intensiver man sich mit den Fragen eines grüneren Lebensstils befasst, umso mehr stößt man auf das Ungleichgewicht hinsichtlich des Engagements von Konsumenten und dem von Unternehmen. Und umso bewusster wird einem, wie sehr Firmen ihre Kunden täuschen, um sie mit einem guten Gewissen zum Kauf ihrer Artikel zu bewegen. Profitbewusste Unternehmen haben „Green Washing“ längst als effektive Marketing-Strategie erkannt.

Wer Fairtrade-zertifizierten Kaffee trinkt, freut sich die Kaffeekleinbauern in den südlichen Ländern mit fairen Löhnen zu unterstützen, doch kaum jemand weiß, dass nur mindestens 20% des Kaffees tatsächlich aus fairem Handel stammen müssen, um das Siegel zu erhalten. Kauft man vegetarische Lebensmittel, um keine Massentierhaltung zu unterstützen, erfährt man erst bei näherem Hinsehen, dass diese zu großen Teilen aus Eiern aus Bodenhaltung hergestellt werden, für die Legehennen leiden. Und wer in großen Modehäusern Kleidung aus „Bio-Baumwolle“ oder einer vom Hersteller selbsternannten nachhaltigen Mode-Kollektion kauft, ahnt möglicherweise nicht, dass diese Mode dennoch unter menschenunwürdigen Bedingungen genäht wurde.

Fairtrade-KaffeeWer versucht konsequent nachhaltig zu leben, muss sich immer wieder auf die Suche nach fair produzierten Produkten machen, verantwortungsbewusst handelnden Unternehmen oder eigenen Lösungen begeben. Viele Menschen tun bereits genau dies, sie versuchen besser und bewusster zu leben als es uns „verkauft“ wird. Dennoch müssten eigentlich Politik und Wirtschaft die treibenden Kräfte sein, hin zu existenzsichernden Löhnen und menschenwürdigen sowie umweltschonenden Produktionsweisen.

Immer mehr Unternehmen schreiben sich auch genau diese Grundsätze auf ihre Fahnen, gehen mit gutem Beispiel voran mit schlagen mit uns einen neuen Weg zu einem bewussteren und nachhaltigeren Konsum ein. Tja, und solange sich die breite Masse nicht bewegt, kommt es eben auf jede und jeden Einzelnen an, sich die positiven Alternativen zu suchen, genau hinzuschauen und es besser zu machen und das macht am Ende nicht nur Spaß, sondern es fühlt sich auch wirklich gut an.
Lasst uns die Veränderung sein, die wir uns von der Welt wünschen!

Ein Kommentar

  1. Pingback: Lieblingslinks im Juni - 50percentgreen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.